ULRICUS - Instrumentenbau - Wilfried Ulrich

 Die Hummel :

Die erste Erwähnung einer Hummel ist überliefert aus dem Jahre 1508!

Im Bericht der "Mittwochsrentkammer" in Köln heißt es: "Konnte man während einer Prozession hören:  Luyten, ..., in positiunen, ..., bongen und piiffen ... Fleutten ... schalmeyen ... fedelen ein Luytten ... ein hommel ... sackyffen ... gyge."

Manche Autoren meinen hier, daß das Hümmelchen - der kleine Dudelsack gemeint sein könnte! Warum werden dann die Dudelsäcke, die Sackpyffen extra erwähnt? Praetorius subsummiert das Hümmelchen unter die Sackpfeifen.

Manche meinen, die Hummel kann gar nicht während einer Prozession gespielt werden, weil sie üblicher Weise auf dem Tisch liegend traktiert wird. Ob man das wohl ausprobieren kann?

.

.

Es gibt keine Probleme!                                            Rechts im Bild:  Ein Zweifler!

Der rechte Unterarm muß lediglich das hintere Ende der Hummel herunterdrücken.

.

In Friesland (NL) hat die Hummel - hier Noardske Balke genannt - 1911 ein schönes Denkmal bekommen:

.

.

Wisselprijs Noardske Balke, ein Wanderpreis des Christlichen Sängerbundes von Friesland. Gold und Silber für eine Hummel !

.

Die Hummel, bzw. das Scheitholt, hat einen

                                       westasiatischen Ursprung?

Dies wurde bereits 1884 von Freihold Alexis in der ZS Instrumentenbau in einem längeren Artikel zur Geschichte der Zither behauptet.

Curt Sachs hat dies dann in seinem "Handbuch der Instrumentenkunde 1919" zu größerer Verbreitung gebracht. Er bezieht sich auf das Tschat'Han, ein Instrument der Katchinzen. In der allerersten Beschreibung des Instrumentes 1895 (Anthropologische Gesellschaft Berlin) heißt es, daß es ein weniger vorkommendes Instrument sei.

Daß ein Instrument eines südsibierischen Nomadenstammes, der in Jurten aus Birkenrinde haust, ganz Mitteleuropa überschwemmt und in "Rückzugsgebieten", wie Mittelgebirgen und Küstenregionen von Belgien bis nach Schweden überlebt - dazu bedarf es großer Phantasie!

Da nun J. Brandelmeier in seinem "wissenschaftlichen Handbuch der Zither" den ganzen Text von Sachs abschreibt, ohne das als Zitat zu kennzeichnen, wird der "westasiatische Ursprung des Scheitholtes" auch über viele Texte und Webseiten zur Zither wieder und wieder behauptet, zum Teil mit der Bemerkung: "Wie Wissenschaftler festgestellt haben... ".

.

Bei Sachs heißt es auch noch:    "Alle Hummeln haben Schnecken ... "  (!)

.

C. Sachs hatte natürlich in seiner damals großartigen Arbeit die Systematik aller Instrumente im Blickfeld, da kann schon mal was verquer laufen bei einer geringen Einzelheit.

.

Demnächst erscheint das Buch:

         Die Hummel - Geschichte eines Volksmusikinstrumentes.

.

Hierin wird die Entwicklung der Instrumentengattung Hummel vom Monochord herkommend nachgewiesen - u.A. mit einem tollen Holzschnitt von 1516 - 100 Jahre vor Praetorius' Scheitholt !

.

Die Hummel war ein weit verbreitetes Volksmusikinstrument im 19. Jahrhundert  -

nicht nur in Norddeutschland. Durch die immer mitschwingenden dicken Begleitseiten, die an das Summen der Hummeln erinnerten, entstand der lautmalerische Name für die Instrumente. In Schweden heißt das Instrument Hummla, in den Niederlanden Hommel oder Noardske Balke, in Belgien Vlier und in Frankreich Epinette, in Tschechien Kobza. (Holzklotz - vergleichbar Scheitholt)

Die Melodiesaiten wurden mit dem linken Zeigefinger oder einem Spielstab niedergedrückt, während die rechte Hand die Saiten mit einem Plättchen oder Federkiel traktierte.

"Es seien viele Hummeln im Ort gewesen " , heißt es 1840 in einem Bericht aus Neukirch in Schlesien. (Schlesisch-Oberlausitz)

.

.

Diese Rekonstruktion der Neukirch-Hummel wurde nach der Zeichnung des Dr. Pilk (1900 in Neukirch) 2008 in Norden / Ostfriesland gebaut. (Drei Videos auf YouTube) 

.

.----------

.

"Früher hätte es viele Hummeln auf der Insel gegeben" berichtet eine alte Frau einem Heimatforscher in Wyk auf der Insel Föhr in Schleswig-Holstein um 1846. Man hätte die Hummeln zur Begleitung des Sonntagspsalmes benützt - aber auch für die Tanzmusik.

.

1871 baut sich der Tischler Adolf  Hilke eine Hummel, die er im Krieg 1870/71 in Frankreich kennen gelernt hat und macht auf diesem Instrument 40 Jahre lang die Tanzmusik auf den Spinnstuben in den Dörfern des Solling - bis um 1910 ein Musikus mit einer Ziehharmonika - einer  "Handorgel" - auftaucht. Die Tänzer wollen nun die Hummel nicht mehr hören, und so schreibt er auf das Instrument mit großer Enttäuschung:   

.

.

"Du kömst nicht wieder mit.

                                          Sie können nach der Orgel gehen und tanzen".

.

 

Adolf Hilke mit seiner 2. Hümmelke.

Holzschnitt aus der Zeitschrift

"Die Gartenlaube" von 1931.

Der Heimatforscher Sohnrey berichtet darin über Hilke.

Die Kopie eines der Instrumente von Hilke wurde 1948 vom Flötenbauer Moeck aus Celle hergestellt. Diese Hummel hängt jetzt im Instrumentenmuseum der Uni Göttingen.

 

.

Der Bericht meiner Restaurierung der ersten Hummel von Hilke, die sich Museum Northeim befindet, ist nachzulesen ( englisch ) unter:                 www.dulcimersessions.com/feb05/german.html

oder (deutsch) im

"Northeimer Jahrbuch 2004"  , S. 140 - 147 .

(Museum Northeim)


Restaurierung der historischen Hummeln

                                   aus dem Volkskundemuseum Schleswig :

 

Links:

"Dänische Hummel"

aus Sylt.

(Sylt gehörte mal zu Dänemark)

Rechts:

"Friesische Hummel"

aus Kellinghusen (Schleswig-Holstein)

 

.Die Dänische Hummel hat noch handgeschmiedete Wirbel. Daher kann man sie vom Alter her vor 1853 einordnen. 1853 wurde im Sauerland die Firma Wagner gegründet, die sich auf Zitherwirbel mit leichtem Gewinde spezialisierte. Diese werden noch heute unter dem Namen "Biene" vertrieben. Die ersten Wirbel hatten einen zweiseitig flachgeschmiedeten Kopf. Die Firma Klinke in Neuenrade (gegr. 1847) begann 1872 ebenso mit der Produktion von Wirbeln mit Vierkant am Kopf. Diese Art Wirbel setzten sich sehr schnell durch.

Die Friesische Hummel mit den Holzwirbeln ist sicher älter. Um 1750 ist sicher realistisch.

Der Altertumsforscher Michelsen, der das Instrument 1876 bekam, nachdem er lange vergeblich in ganz Schleswig Holstein versucht hatte,

eine Hummel zu finden, schreibt, 

 "...daß es durch einen Instrumentenmacher ohne große Arbeit mit Sicherheit völlig in Stand gesetzt werden könnte". 

.

 Na ja  -  ein wenig mehr Arbeit war schon dran !

.

.

.

Die CD mit 20 Stücken auf restaurierten Museumsinstrumenten und einigen neuen Hummeln ist zu bekommen für10,- € + Porto. ( E-mail unter Kontakt. )

.

.

"Fisch-Hummel"
2003 gefunden in Schaaflund bei Flensburg
 


  

Die Restaurierung dieser Hummel war Teil meiner Meisterprüfung. Ich habe diese Hummel wegen ihres Fischschwanzartigen Wirbelkopfes so genannt.

Dies ist eine einzigartige Hummel, da sie im Inneren eine Mechanik beinhaltet, die ein Schnarrgeräusch erzeugen soll. Mit den Saiten rechts und links vom Griffbrett lassen sich zwei verschiedene Akkorde anschlagen. Somit sind die Begleitsaiten keine reinen Bordunsaiten mehr.

.

.

Dieses Instrument ist von einem Sammler in Neu-Ulm. Bei diesem Instrument ist an Stelle der Messingstange ein Brett angefügt, auf das der Spielstab schlägt.

Während des Spiels kann mit dem Spielstab, der auf den Saiten über die Bünde rutscht, das Brett, bzw. die Messingstange rhythmisch heruntergeschlagen werden, um über die Federmechanik den langen Hammer von unten gegen die Saiten tremolieren zu lassen. .

Inzwischen konnte ich herausfinden, daß das Instrument   "Tremolando-Schlagzither" heißt, und daß der Erbauer Bruno Hundt aus Schosdorf / Schlesien ( heute Ubocze ) kam.

Die Restaurierung ist abgeschlossen. Die Funktionsfähigkeit der "Schnarre" läßt sich jedoch nicht wiederherstellen. Dies war sicher eine Erfindung einer Besonderheit, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Es ist fraglich, ob die Mechanik jemals funktioniert hat. Das Instrument ist sehr mühsam zu spielen!

.

   Die einzige Hummel aus Ostfriesland ( um 1800 )

.

      

 

Diese Hummel wurde 1995 in Esens auf dem Dachbodeneines Bauernhauses gefunden. Sie hat eins der schönsten Schallöcher ! Das obere Schalloch in seiner stilisierten Lyraform verweist auf die Zeit um 1800, in der die Lyra ein beliebtes Formelement darstellte.

.

   

.

-----------------------------------

"....  das unmusikalische Volk ..."

.

Diese Instrumente sind beim Volk sehr verbreitet und beliebt gewesen, denn auf einem Scheitholt oder einer Hummel konnte jeder Bauer oder Grobschmied, der kräftig zupacken mußte, dennoch musizieren. Mit dem Spielstab auf der Melodieseaite und der Feder, die über alle Saiten kratzte, war Danz up de Deel  möglich.

Die feingliedrigen Finger zum Traktieren einer Harfe, eines Spinettes oder einer Laute waren bei den Bürgern und Adeligen zu finden. Weil ein kultureller Austausch nicht stattfand, nimmt es nicht Wunder, daß Praetorius 1619 für seinen hohen Herrn, den Herzog von Braunschweig über das Scheitholt schreibt:

"Obwol dieses Instrument billich unter die Lumpen lnstrumenta referiret werden solte: So habe ich doch dasselbe, weil es wenigen bekant, in etwa allhier deliniiren wollen ... "

Die Liste mit negativen Bemerkungen kann erweitert werden : 

.

1699 schreibt Klaas Douwes, Organist und Lehrer in Friesland (Nord-Niederlande) über die „Noordsche Balke“ - so wird die Hummel dort zeitweise genannt :

.

„Die einzufügenden Halbtöne werden nicht gesetzt / weshalb es ein sehr einfaches Instrument ist, auf dem nicht viel getan werden kann.“

.

1771 schreibt Jacob Wilhelm Lustig, ein Hamburger, der in Groningen an der Martinikirche Organist war:

„ Weiter, mit den Dingen, die bei Kirmissen und Soldatenmusik gebraucht werden, gedenke ich mich nicht aufzuhalten: also bleibt die Noorsche Balk, das Hackbrett und dergleichen außerhalb der Anmerkungen.“

.

Interessant ist, daß in West-Friesland (NL) im 20. Jh. bei Musikwettbewerben des Koninklijke Christelijke Zangersbond afdeling Friesland 

als erster Preis ein Wanderpreis  mit dem Namen Noardske Balke, vergeben wurde.   Innerhalb eines silbernen Blätterkranzes befindet sich eine goldene Noardske Balke.       Abbildung siehe oben.

.

Aus  Simon Molitor: Vorrede zur Sonate op. 7 (1807) gibt es noch ein Zitat zur Hummel:

"Unter der teutschen Zyther versteht Herr Albrechtsberger vermuthlich jenes mit Drathsaiten bezogene Instrument, welches wir unter der Benennung Zyther in den Händen des unmusikalischen Volkes antreffen. Sie hat keinen Hals zum Umspannen, sondern besteht ganz aus einem flachen Resonanzkasten, der auf einer Seite gerade abgeschnitten, und für die zwey äussersten Saiten mit einem Grifbrette versehen ist, auf welchem sich Bünde von Eisendrath befinden. Diejenigen, die sie noch am besten spielen, lassen meistens nur einen Gesang mit Terzen uns Sexten vergesellschaftet einhergehen, wozu sie von den übrigen Saiten einen Baß anschlagen; meistens aber wird sie in einen Hauptaccord gestimmt, und wo dieser vorkommt, nur ausgestreift."

.

??? "...  das unmusikalische Volk ..." ???

!!!  ... in fast jedem Hause sei eine Hummel gewesen  ... !!!

.

Nach 1900 wird die Hummel in weiten Bereichen vom  "Diatonischen Akkordeon" verdrängt  (Treksack / Trekbüdel / Handorgel / Handörgeli / Quetschkomode / Quetschbüdel ) Die vielen volkstümlichen Bezeichnungen zeugen von der Beliebtheit des neuen Instrumentes !

Im vogtländischen Musikviertel - in Markneukirchen und Klingenthal - versuchen Instrumentenbauer die alte Hummel mit neuen Elementen von der Ziehharmonika und der Konzertina zu verbinden. In Klingenthal hatten sich bereits Akkordeonbauer etabliert.

Otto Teller aus Klingenthal baute auf eine Hummel eine Mechanik zur Verkürzung der Saiten aus Feder- und Knopfelementen des Akkordeonbaus :

.

.

Sinnigerweise nannte er das Instrument   Akkordolia .  Mit den Knöpfen der oberen Reihe lassen sich verschiedene Akkorde drückenTeller baute dieses Instrument auch in vergrößerter Form mit mehr Begleitsaiten als Konzert-Akkordolia. Die Herstellung der einzelnen Teile geschah in Heimarbeit in den Dörfern um Klingenthal herum. Vertreter reisten über Land, um besonders der musikalisch nicht ausgebildeten Landbevölkerung dieses Instrument zur Hausmusik anzupreisen.

Über Tabulatur, d.h. über Zahlen auf den Knöpfen, die denen der "Noten" entsprachen, konnten auch Laien schnell zu einem musikalischen Erfolg kommen.

.

Ein anderes Instrument habe ich in Frankreich erstanden und war sehr überrascht, daß   "Made in Germany"  darauf stand !  Ich vermute seinen Ursprung ebenso aus Klingenthal.  Bei diesem zweisaitigen Instrument wurde ein Brett mit Knopfmechaniken von der Konzertina zur Verkürzung der Saiten verwendet.

.

.

.

Leider befindet sich im Instrument kein Herstellerzettel.

.

Mit diesen Instrumenten endet eigentlich die

Geschichte der historischen Hummel in Deutschland.

.

.

Ein interessanter Aspekt muß jedoch noch nachgetragen werden:

.

Japan

.

(english text at: www.dulcimersessions.com )  June 2009

1906 wurde der japanische Musiker Goro Morita vom ersten Ministerpräsidenten Japans mit einem Stipendium nach den USA und Europa geschickt , um europäische Musik und die Instrumente zu studieren. Irgendwo hat er eine mechanische Schreibmaschine entdeckt und die Idee entwickelt, diese Mechaniken zu verwenden für die Verkürzung von Saiten auf einer Hummel.  Sein Aufenthalt dauerte bis 1908 und nach seiner Rückkehr nach Japan hatte er 1912 das erste Taishokoto fertig. Taisho ist eine (kaiserliche) Zeit in Japan und das Koto ist ein sehr altes, traditionelles und größeres Instrument.

.

.

.

Taishokoto aus dem Instrumentenmuseum Hamamatsu.

Die vorderen Tasten des Instrumentes entsprechen der Bundeinteilung der Hummel. Die hinteren Tasten erzeugen die Halbtöne. Diese Einteilung der Tasten finden sich ebenso auf der Drehleier.  Der Grundton ist auf der dritten Taste der unteren Reihe und die leere Saite beginnt mit der Unterquarte..

Heute spielen über 1 Million Menschen in Japan das Taishokoto. Das Instrument wird in Sopran- , Alt- , Tenor-  und Baßgröße gebaut. Oft werden die Instrumente  elektrisch verstärkt. Es wird traditionelle japanische Musik gespielt, Enka, die Mischform von japanischer und europäischer Musik und klassische europäische Musik. Auch flotte moderne Musik ist zu hören.

.

.

.

Auch in den Schulen wird das Instrument unterrichtet.

.

.

Im Alter von 82 Jahren hat diese japanische Dame noch angefangen,

das Spiel auf dem Taishokoto zu erlernen

.

.

Hummel und Akkordolia werden 2007 in Hiroshima mit Interesse begutachtet.

Ebenso in Okayama, Nagoya, Tokyo und Hamamatsu

.

.

Übergabe einer Akkordolia aus meiner Sammlung an den Präsidenten des Instrumentenmuseum Hamamatsu Shima Kazuhiko im August 2007.

Im Gegenzug bekam ich von der Firma Suzuki ein Taishokoto.

------------------

.

Das erste europäische Taishokoto   -   Sept. 2007 hergestellt in Ostfriesland  !!!

Eine Woche Aufenthalt beim Instrumentenbauer Yoshio Hirano hat mir Einblicke in dieses Instrument gegeben.

.

.

Ein Klangbeispiel ist bei   www.youtube.de   unter Ulricus zu hören.

-------------------------------------------------------------------------------------------------

Das Taishogoto wurde vor dem 2. Weltkrieg auch nach Indien exportiert, wo es  heute noch in etwas veränderter Form gebaut wird. Hier hat es einen sehr schönen Namen bekommen :

.

"Bulbul Tarang"  =  "Waves of the Nightingale"  =  sinngemäß : "Singende Nachtigal"

.

Ein amerikanischer Instrumentenhändler schreibt:

These indian banjos are all hand made and all tend to have some noticeable defects and rough edges. We have gotten these from different manufacturers and have never found any to be of the same quality standards as Western instruments. We do make sure that they are all playable and that the sound is not affected but their finishes are typically worse than what one would expect on a new instrument. We still sell these because they are a popular item and many people do want them but we also want you to know exactly what to expect before you purchase.

.

Bulbul Tarang  -  Singende Nachtigal

.

Die Idee mit den breiteren klaviaturähnlichen Tasten ist nicht schlecht - gegenüber den kleinen Tasten des Taishokoto - ebenso der integrierte Transportkasten.

Leider ist die handwerkliche Qualität nicht sonderlich gut! Die Nachtigal scheint auch etwas erkältet zu sein!

Die japanischen Taishokotos sind erstklassig in der Verarbeitung.

.

1919 kam ein Taishokoto nach Belutschestan (zwischen Iran, Pakistan und Afghanistan). Das ist ja ganz nett, sagten Musiker dort -  aber wir brauchen das in doppelter Größe !!!

.

.

Abdulrahman Surizehi mit einem Benju (vergrößerte Form des Taishokoto)

Es gibt ein tolles Video bei Youtube !!!

(Balochi Song).

.

Das Benju wird zu meiner großen Freude wieder mit etlichen Bordunsaiten gespielt - wie bei der alten Hummel !!!

.

.

Wilfried Ulrich und Abdulrahman Surizehi in Sigdal / Norwegen nach dem Konzert.

2008

.

------------------------------------------------------------------------------------------------

Neu:

Im Mai 2009 wurde die Flensburg-Hummel  -  die schönste deutsche Hummel von 1758 -  in der Werkstatt Ulrich restauriert.

Etliche falsch adaptierte Teile, wie moderne Gitarrenbünde als Ober- und Untersattel , dicke Cellosaiten und moderne Gitarrenstahlsaiten mit Messingkugel sowie falsch gesetzte Saitenstifte im Obersattel konnten korrigiert werden.

.

.

Der erste Bund hat vom Sattel den Abstand von drei Halbtönen. Die leeren Saiten haben den Ton "e" . Das Instrument hat den Grundmodus A-moll. Das Instrument kommt ursprünglich von der Hallig Lanegness. Das Schalloch hat die verschlungenen und gespiegelten Buchstaben H und P , so daß sie in der Mitte ein Herz bilden. Darüber ist eine Brautkrone. Hieraus wird geschlossen, daß es sich um ein Brautgeschenk handelt. Die Bünde der oberen Oktave sind äußerst abenteuerlich gesetzt und aus den Abriebspuren am Griffbrett kann man ersehen, daß auch hauptsächlich die untere Oktave gespielt wurde. 

.

November 2009 kam die Friesische Hummel aus Harderslev (DK) in die Werkstatt zwecks Restaurierung - ein großes Instrument mit der Saitenmensur 82 cm.

..........................................................................................................................

Neue Hummeln sind heute nach aller Kunst des Instrumentenbaus gestaltet. Bünde sind nach den Erfordernissen der mathematischen Teilung exakt gesetzt und das Griffbrett verbreitert, so daß mehrere Saiten für das akkordische Spiel gegriffen werden können. Halbtonbünde erweitern die musikalischen Möglichkeiten, so daß für einen Part in Moll die Stimmung der Saiten nicht verändert werden muß, und ein fetziger Blues ist ebenso möglich.

Mehr hierzu auf der nächsten Seite.

.

.

Wegen der langen Seite die  "Rücktaste"  benutzen

.